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Ein Loft in Wien

Ehemalige(s) Lager / Werkstatt aus Ruinen in ein DeLuxe Loft transformiert

Ein Loft in Wien. Designer Wolfgang Fasching hat sich Authentic Furniture Sideboards für seine Loftküche nach seinen Vorstellungen Anfertigen lassen. Das Ergebnis hat für Begeisterung gesorgt, und im Hause Noodles den Anstoß gegeben, das Programm in Richtung Küche auszuweiten.

Die ehemalige Werkstatt im Wiener Zentrum wurde von Wolfgang Fasching nach eigenen Plänen aus rudimentärsten Zustand in ein mondänes Loft transformiert. Allen voran gingen gravierende bauliche Veränderungen, um die 120qm zu erschaffen, erst dann konnte mit der Einrichtung begonnen werden.

Nachstehend Auszüge aus einem Interview, dass Nicole Enderle mit Wolfgang Fasching für Houzz Deutschland geführt hat:

Nicole Enderle: Wie sind Sie mit der Herausforderung Souterrain umgegangen?

Wolfgang Fasching: Vom ersten Momentan an war ich in das Objekt verliebt, auch in dem noch rohen anfänglichen Zustand hatte ich eine relativ genaue Vorstellung was ich damit machen wollte. Es gab für mich die Herausforderung Souterrain nicht. Die Küche war konzeptionell zuerst ein wenig schwierig für mich, das änderte sich aber rasch als ich NOODELS auf der Design Messe im MAK in Wien kennenlernte. Meine Freundin und ich besuchten sie kurz darauf in Berlin und besprachen alles in einer lockeren und unkomplizierten Atmosphäre. Ich glaube zu dem Zeitpunkt gab es von NOODELS gerade erst Überlegungen zum Thema Küche etwas zu machen, also darf ich meine als eine Art Pionierstück sehen, was mich besonders freut.

NE: Woher sind die Möbel, die Sie für den Wohn- und Essbereich verwendet haben?

WF: Tisch und Sideboards sind aus recycelten Tropenhölzern, ebenso die Arbeitsflächen der Küche. Stühle Esstisch von Arne Jacobson. Die Vintage Vitrine ( VINTAGERIE / Wien ) war ein ehemaliger Arzneischrank, die Farbe wurde abgeschliffen und ist so mit der Metalloberfläche eine gute Ergänzung zur NOODELS Küche, so wie 4 graue neulackierte Vintage Industrie Lampen aus Prag. Die schwarze Leder Sitzgruppe ( um 1960 ) mit dem Sofa Constanze ist von dem Wiener Architekten Johannes Spalt . Das ganze Ensemble stammt aus dem gleichen Haus und hat den gleichen Alterungsgrad, was ich sehr harmonisch finde. Die massive Eingangstüre aus Metall, das Schlaf-Podest aus massiven I-Trägern und dazugehörige Container, so wie Industrie Metallfenster nach Maß stammen von einem meiner besten Freunde – dem Tiroler Metallkünstler Bernhard Witsch. Die beiden Freischwinger von 1920, begleiten mich schon seit mehr als 20 Jahren und sind vor Jahren neu bezogen worden. Schreibtischstuhl aus der alten Postsparkasse Wien von 1902 ( Entwurf Otto Wagner ). Ein Karussell-Pferd aus Vollholz, mit Lederzaumzeug und Messingsteigbügeln von einem holländischen Karussell aus der Jahrhundertwende. Das Schöne daran ist, 3 von ursprünglich 12 Pferden sind im Besitz von Freunden. Der Ofen „Pyrarium“ von 3 Seiten verglast
( Mayerofen / Wien ) ist unverzichtbarer Stimmungsmacher an kalten Wintertagen.
Eine schwarze Jugendstil Kommode mit schönen runden Silberbeschlägen begleitet mich ebenfalls seit mehr als 20 Jahren. Der Teppich unter dem Esstisch wirkt relativ modern, ist aber ein über hundert Jahre alter Beduinen Teppich.

NE: Vom wem sind die Kunstwerke an der Wand im Wohn- und Essbereich?

WF: Das große Foto hinter dem Esstisch ist von der holländischen Fotografin Desiree Dolron und mein absolutes Lieblingsbild. Ich lernte die Künstlerin bei einem befreundeten Fotograf in Wien kennen, der sie bei dem aufwendigen Projekt unterstützte. Die Aufnahmen entstanden in einem mit Wasser gefülltem Glasbecken im Studio. Die Modelle waren zur Gänze unter Wasser, es wurde auch mit lichtbrechenden Substanzen ( z.B. Milch ) im Wasser experimentiert. Das Foto hat bei der richtigen Beleuchtung eine enorme Tiefe, es strahlt eine unvergleichliche Ruhe aus und wirkt irgendwie auch wie ein Gemälde eines alten holländischen Meisters.
Das Motiv habe ich in nur als Foto in einer Pressemappe gesehen, ich wußte aber sofort daß ich es kaufen würde. Die Fotos bei der Sitzgruppe sind eine wilde Mischung. Einige stammen von bekannten Fotografen, andere von meiner Nichte ( Gabriele Paar ) die auch eine begnadete Fotografin ist und die meisten von einem sehr guten Freund ( Michael Inmann ) und nicht anders zu erwarten – Fotograf.

NE: Haben die Letter an der Wand eine besondere Bedeutung für die Bewohner?

WF: Die Lettern stammen aus dem Heimatort meiner Mutter im Waldviertel und waren Teil des Geschäftsschriftzuges eines Schusters „Sodek Schuhe“, den es schon lange nicht mehr gab. Als das Haus gerade saniert wurde, spazierten wir zufällig vorbei und hatten die Möglichkeit etwas vor dem Bauschutt Container zu retten, was ich ohnehin schon sehr lange haben wollte. In meiner letzten Wohnung hatte ich ein „seek“ an der Wand, wahrscheinlich hat das meinem damaligen Leben entsprochen. Das koch’s war eigentlich eine Aufforderung an mich selbst, das Kochen in diesem neuen Umfeld mehr zu praktizieren.

NE: Wie haben Sie es geschafft, dass der Bereich trotz Industrial Style so wohnlich wirkt?

WF: Ich muß dazu etwas weiter ausholen, weil ich diese Wohnung atmosphärisch nicht in Bereiche teilen kann.
Ich denke es ist gut geworden, weil die Abfolge gestimmt hat. Das erste symbolisch wichtige Stück war die Eingangstür, gefertigt von meinem Tiroler Freund Bernhard Witsch. Ein Metall Künstler, aber mit unglaublichen handwerklichen Fähigkeiten. Er machte mir im Tausch für ein Bild, eine 300kg Stahltüre mit Rahmen nach meinen Vorstellungen.Er fertigte auch Industriefenster auf Maß, sowie ein Podest aus massiven I-Trägern und schiebbare Container, die sich von vorne nur als Bücherregale zu erkennen geben. Ohne diese Zutaten wäre die Wohnung nicht was sie ist, seine Leistung ist quasi der Kern um den sich alles aufgebaut hat. Ein erstaunlicher Faktor ist zum Beispiel, daß manche Möbel erst nach langer Zeit ihren richtigen Platz finden – das scheint hier auf fast alle Möbel zuzutreffen. Alle Dinge in der Wohnung habe ich über einen langen Zeitraum gesammelt oder von Reisen mitgebracht. Es braucht Zeit Räume wachsen zu lassen und Muße so lange hineinzuspüren, bis eine Persönlichkeit spürbar wird, das macht es letztendlich wohnlich und stimmig.

Das Zusammentreffen mit NOODLES und die Küche, die dadurch entstand ist das Beste Beispiel dafür.

Das original Interview auf Houzz finden sie hier.